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Stadt für alle – Echt jetzt?!  
Deutscher Stadtmarketingtag 2024

21. bis 23. April 2024 in Wuppertal

Laut einer aktuellen Umfrage (weitere Infos finden Sie hier) gaben 73 % der Befragten an, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt in den letzten Jahren schwächer geworden ist. Das rauer gewordene Klima spiegelt sich vor allem in den Städten und Citys wider. Vandalismus, abnehmender Respekt voreinander, ein sinkendes Sicherheitsgefühl, die schleichende Verwahrlosung des öffentlichen Raumes, die zunehmende Präsenz von Benachteiligten und Randgruppen, von Bettlern und Drogensüchtigen ändert das Klima in unserer Stadt-Mitte. Wie sollen die Städte und das Citymanagement damit umgehen? Und was bedeutet dies für das jeweilige Stadtgefühl? Mit dem Thema STADT FÜR ALLE diskutiert der Stadtmarketingtag 2024 in Wuppertal ein Gegenkonzept zum zielgruppenorientierten Marketing. Basierend auf der Idee der lebendigen Mitte werden wir Initiativen und Maßnahmen aufzeigen, die gemeinsame Erlebnisse, Erfahrungen und Narrative suchen und schaffen - über soziale Grenzen hinweg - divers, bunt, vielfältig.

Programm

Exkursionsprogramm am Sonntag, 21. April 2024
Treffpunkt: Schwebodrom, Werth 96 42275 Wuppertal

Exkursion
15:30 Uhr

Wer Wuppertal entdecken möchte, macht das natürlich aus der Luft. Eingeteilt in kleine Gruppen steigen die Teilnehmenden in die Schwebebahn und machen sich auf den Weg nach Ost und West. Unsere Stadtführer:innen zeigen während der Fahrt alte Industrie, charmante Ecken, erzählen historische Anekdoten und neue Entwicklungen aus dem Tal entlang der Wupper.
Mehr Schwebebahn zum Anfassen, Nachspüren und Erleben bietet das Schwebodrom, das wir fußläufig von der historischen Schwebebahn-Station Werther Brücke erreichen. Die erst im Oktober 2023 eröffnete Attraktion in der Barmer Innenstadt ist gleichermaßen informatives Museum wie spektakulärer Erlebnisort – und mit bereits über 15.0000 Besucher:innen ein echter Publikumsmagnet.
In den drei Stationen tauchen die Teilnehmenden ganz in die Geschichte des weltweit einzigartigen Verkehrsmittels ein. Den Besuch krönt eine virtuelle Fahrt in die Vergangenheit: In einem original historischen Schwebebahnwagen aus dem Jahre 1900 können die Teilnehmenden durch VR-Brillen Wuppertal im Jahre 1929 bestaunen.
Am Ende des Tages heißt es warm anziehen, es geht es noch einmal in luftige Höhe. Im 1950 erbauten Gaskessel, der heute als „Visiodrom“ jährlich über 170.000 Besucher:innen in seinen Bann zieht, fahren wir mit dem Aufzug auf 47 Meter Höhe. Dort tauchen wir auf Europas größter 360-Grad-Leinwand und 6.500 Quadratmeter Projektionsfläche in das faszinierende Schaffen Leonardo Da Vincis ein. Im Visiodrom klingt der Abend gesellig und kulinarisch aus, bevor es zurück in die Hotels geht – natürlich mit der Schwebebahn.

Gemeinsames Abendessen im Visiodrom
18:30 Uhr

Bitte beachten Sie, dass das der Gaskessel nicht beheizt ist. Gerade an kalten Tagen entspricht die Innen- der Außentemperatur!

Programm am Montag, 22. April 2024
Veranstaltungsort: Historische Stadthalle Wuppertal, Schloßbleiche 44, 42103 Wuppertal-Elberfeld

Get together
09:00
Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd e.V.)
09:30
Begrüßung durch
13:30

die Stadt Wuppertal, Uwe Schneidewind, Oberbürgermeister 

die bcsd, Bernadette Spinnen, Bundesvorsitzende der bcsd 

Spaltung der Gesellschaft – Stadtgesellschaft in Gefahr?
14:15

In der Alltagswahrnehmung vieler Menschen stehen sich zunehmend unversöhnliche Lager gegenüber, etwa aufgrund sozialer und politischer Polarisierungsprozesse, was in den (Innen-)Städten aktuell besonders sichtbar wird. Aber ist die Gesellschaft heute wirklich gespalten und die Bevölkerung der Bundesrepublik zerstrittener als früher? Löst sich die Gemeinwohlorientierung im Standortwettbewerb auch zwischen den (Groß-)Städten auf? Wie wirken sich Armut und Reichtum, Fluchtzuwanderung sowie die Pluralisierung der Milieus, Lebensstile und Familienformen auf die Stadtgesellschaft sowie die Gestaltung einer lebenswerten Stadt aus? Prof. Dr. Christoph Butterwegge benennt Konfliktlinien, die sich für die Stadtgesellschaft aus neuen und alten Ungleichheiten ergeben, präsentiert aber auch Argumente für eine inklusive, gemeinwohlorientierte und kooperative Stadtentwicklung.

Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Humanwissenschaftliche Fakultät, Universität zu Köln

Die Europäische Stadt als Garant für Freiheit, Vielfalt und Miteinander
15:00

Wie kann sozialer Zusammenhalt innerhalb der Städte gelingen, wenn sich Menschen dort nicht mehr sicher fühlen, weil sie Anfeindungen, Hetze oder Bedrohungen ausgesetzt sind?

Der Deutsche Städtetag hat mit seiner Trierer Erklärung deutlich gemacht, dass Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaat keine Selbstverständlichkeit sind, sondern immer wieder aufs Neue verteidigt werden müssen. Die Demonstrationen der letzten Wochen haben gezeigt, dass unsere Stadtgesellschaften gegen Spaltung und für den sozialen Zusammenhalt zusammenstehen

Markus Lewe, Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Münster

Mittagsimbiss und Fachausstellung
15:45
Dein Freund und Helfer 2.0
16:15

Die Atmosphäre in unserer Stadt-Mitte verändert sich: Vandalismus, abnehmender Respekt voreinander und vor den Rettungs- und Ordnungskräften bei einem gleichzeitig sinkenden Sicherheitsgefühl der Bürger:innen, die schleichende Verwahrlosung des öffentlichen
Raumes, die zunehmende Präsenz von Benachteiligten und Randgruppen, von Bettlern und Drogensüchtigen ändert der Stadtbild und der Ruf nach einer starken Polizei wird schnell laut. Welche polizeiliche Strategie, welche Konzepte und Kooperationen könnten hier Ordnung schaffen.

Falk Schnabel, Polizeipräsident der Freien und Hansestadt Hamburg

Im Gespräch: Gestaltung der Lebensqualität für die Stadt der Zukunft und die Rolle des Stadtmarketings hierbei.
17:00

Markus Lewe, Oberbürgermeister der Stadt Münster, Uwe Schneidewind, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal, Falk Schnabel Polizeipräsident der Hansestadt Hamburg, Bernadette Spinnen Bundesvorsitzende bcsd e.V., im moderierten Gespräch

Gastgeberempfang
ab 19:30

Wir laden Sie herzlich zu unserem Gastgeberempfang in den Open Ground Club ein. Der Club befindet sich unterirdisch in einem umgebauten Bunker direkt am Döppersberg, vor dem Hauptbahnhof in Wuppertal.


Der Eingang ist auf dem Wupperpark Ost (hinter Café 23 die Treppe runter), 42103 Wuppertal.

Programm am Dienstag, 23. April 2024
Veranstaltungsort: Historische Stadthalle Wuppertal, Schloßbleiche 44, 42103 Wuppertal-Elberfeld

Get together und Fachausstellung
09:00
Die soziale Seite der Stadt - Eine Stadt für alle und alle für eine Stadt?
09:30

Das Gesicht von Wuppertal hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Ein herausragendes Projekt und Meilenstein der Stadtentwicklung war die Umgestaltung des Döpperbergs, dem größten Verkehrsknotenpunkt der Großstadt, der direkt in die Innenstadt eingreift. Fünf Jahre hat der Umbau des gesamten Areals gedauert. Eine Straße wurde abgesenkt, der Hauptbahnhof umgestaltet, ein neuer Busbahnhof errichtet und das gesamte Eingangstor zur City neugestaltet.

Dass bei dieser Themenzahl im Prozess alle Menschen mitgedacht wurden, ist Sozialdezernent Stefan Kühn zu verdanken. Während des gesamten Planungsphase setzte sich der Dezernent für Soziales, Gesundheit, Schule und Integration dafür ein, dass Menschen in sozialer Not nicht aus der Innenstadt verdrängt, sondern mitgedacht werden. Der neugestaltete Bahnhofsplatz bekam so zwei öffentliche Gebäude: Ein von Wuppertal Marketing betriebener Pavillon, der Touristen in Empfang nimmt. Und ein Pavillon, in dem das seit über 15 Jahren aktive Café für Wohnungslose und Suchterkrankte, seine neue Heimat fand.

In diesem Jahr lässt sich Stefan Kühn nach 24 Jahren Amtszeit nicht noch einmal aufstellen. Auf dem Stadtmarketingtag in Wuppertal zieht er noch einmal Bilanz und spricht über seine Vision einer Stadt für alle, über seinen Kampf dafür und die neuen Herausforderungen, die dieses Leitbild mit sich bringen wird.

 

Martin Bang, Geschäftsführer Wuppertal Marketing GmbH und Dr. Stefan Kühn, Geschäftsbereich Soziales, Jugend, Schule und Integration der Stadt Wuppertal

How to make a success of a diverse city
10:15

Bürgermeister Bart Somers hat die belgische Stadt Mechelen in drei Amtszeiten völlig umgekrempelt: von der Kriminalitätshochburg zu einer lebenswerten, multikulturellen und wieder wachsenden Stadt.

Vortrag auf Englisch

Bart Somers, Bürgermeister der Stadt Mechelen und World Mayor 2016

Kaffeepause und Fachausstellung
11:00
Austausch im Praxispanel: …und nun das Citymanagement!
11:30

Sozialer Zusammenhalt und soziale Verantwortung vs. Late-night-shopping und Frequenzsteigerungen? Wie sind die drei Basis „S“ (Sicherheit, Sauberkeit, Service) heute zu interpretieren? Welche Erfahrungen macht das aktuelle Citymanagement / Citymarketing vor Ort? Welche Strategien und Maßnahmen fördern die Stadtgemeinschaft und begegnen den lokalen Triggerpunkten?

Svenja Krämer, Leiterin City- und Zentrenmanagement, Essen Marketing GmbH, 

Anna Bierig, Geschäftsführerin der StaRT Marketing & Tourismus GmbH,

Nicole Halves-Volmer, Projektleiterin Erlebnis Bremerhaven GmbH

Nancy Wesemeier, Leiterin Stadtmarketing / Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Halberstadt

AKIM – mit Dialog für ein respektvolles Miteinander
12:30

AKIM – mit Dialog für ein respektvolles Miteinander

In einer Stadt wie München haben Menschen vielfältige Wünsche und Ansprüche an den öffentlichen Raum – Anwohnende, Nachtschwärmer*innen, marginalisierte Menschen, die ihre Treffpunkte dort haben. Nicht alle passen auf den ersten Blick zueinander – es treten Störungen, Irritationen und Konflikte auf. Seit 2015 wird das Allparteiliche Konfliktmanagement in München AKIM zu solchen Orten gerufen, um durch Ansprache vor Ort, mit Aktionen und Koordination der Akteure ein gutes Miteinander zu fördern und Unterstützung im Umgang mit Störungen anzubieten.

Brigitte Gans, Leitung Allparteiliches Konfliktmanagement in München

„Wir am Bremer“– ein Stadtraum für alle?
12:50

Rund um den Transitraum am Hauptbahnhof in Münster gibt es wie in jeder anderen Großstadt verschiedene Gruppen von Menschen, die durch unerwünschtes Verhalten auffallen und daher subjektiv nicht so recht ins Bild der Stadt passen wollen. Sie sind nicht selten psychisch krank, drogenabhängig oder wohnungslos. Die meiste Zeit halten sie sich im öffentlichen Raum auf, um soziale Kontakte zu pflegen und Hilfeeinrichtungen in Bahnhofsnähe aufzusuchen. Für einen Teil der Stadtbesucher:innen sind sie gar eine  Provokation, manche Passant:innen fühlen sich durch ihre Anwesenheit weniger sicher. Und doch sind die suchterkrankten Menschen ebenso Bürgerinnen und Bürger der Stadt und es stellt sich die Frage wie ein gutes Nebeneinander in urbanen Zusammenhängen gelingen mag.

Das Quartiersmanagement Stadtraum Hauptbahnhof in Münster arbeitet in einem Netzwerk mit Handel, Gastronomie, Eigentümer:innen und Bewohner:innen, aber auch mit unterstützenden Institutionen und den Betroffenen selbst an einer Befriedung der Situation vor Ort und versucht den Anspruch der Stadt für alle ganz konkret und vor Ort wirklich werden zu lassen.

Judith Döpker und Stefan Scholz sind im Sozialamt der Stadt Münster als Quartiersmanager für den Stadtraum Bremer Platz im Bahnhofsviertel tätig und moderieren den Prozess in einem sich entwickelnden Quartier mit urbanem Kontext.

 

Mittagsimbiss und Fachausstellung
13:15
Die City Factory – wie bekommt man konträre Interessengruppen dazu, gemeinsame Ideen und Vorschläge zu entwickeln
13:45

Die Mannheimer City soll Hauptschlagader des Handels bleiben, gleichzeitig, aber auch grüner und verkehrsberuhigter werden. Nach einem kontroversen und umstrittenen Verkehrsversuch sollen nun Interessengruppen, die sich bisher konträr gegenüberstanden, Ideen für die Innenstadt der Zukunft entwickeln. Hierzu dient das Arbeitsformat der „City Factory“, das im Rahmen der Tagung vorgestellt wird.

Petar Drakul, Innenstadtbeauftragter der Stadt Mannheim

Transformation nutzen
14:45

Massive geo- und wirtschaftspolitische Veränderungen legen nahe, dass die Zukunft nicht durch ein einfaches Fortschreiben der Vergangenheit zu gestalten ist. Bei tiefgreifenden Veränderungen kann es helfen, die Stadtakteure auf die Wirkungsweise der Veränderungskurve hinzuweisen: Zwar greift Altbewährtes nicht mehr und das Neue ist weder da noch inhaltlich bekannt, es kann aber helfen, sich das Prozesshafte bewusst zu machen. Konfliktlösung gelingt nur dann, wenn wir wissen, dass es neben rationalen und emotionalen Differenzen im Kern um Identität geht. Die gute Botschaft lautet: Wandel kann gestaltet werden und eine achtsame Führung kann Hoffnung und Orientierung bieten.

Bernd Kessel, Geschäftsführender Gesellschafter von Kessel & Kessel, Hamburg

Schlusswort und Verabschiedung
15:30

Bernadette Spinnen, Bundesvorsitzende der bcsd 

Fotos
Impressionen vom Deutschen Stadtmarketingtag 2023 in Mannheim

Vielen Dank an Peter Wieler für die Fotos.

Kontakt

Für Fragen und Anregungen stehen wir gerne zur Verfügung. Sie erreichen das Team der Geschäftsstelle der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland unter:

office@bcsd.de   |    030 – 2804 2671 | bcsd.de

bcsd e.V. | Tieckstraße 38 | 10115 Berlin

Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e.V.